Aufstockung Nessleren

Wohnfläche steigt, fossile Energie verschwindet-

198 Wohnungen sanieren, 127 neue Wohnungen bauen, zweieinhalb Jahre Zeit: Die Umgestaltung der Mehrfamilien- haussiedlung Nessleren in Wabern bei Bern war ein Projekt, das von allen beteiligten  Unternehmen  viel  abverlangte. An der umfangreichen Nachverdichtung war Häring mit dem Konstruktionskonzept und einem Teil der zweigeschossigen Aufstockungen  betraut.

Die Wohnüberbauung Nessleren, in unverbauter Landschaft zwischen Gurten und Aare gelegen, umfasst 33 Mehrfamilienhäuser aus den frühen 1980er Jahren. Nun wurden die bestehenden 198 Wohnungen saniert und die dreistöckigen Bauten um zwei Etagen aufgestockt. Dadurch steigt der verfügbare Wohnraum auf neu total 325 Wohnungen – ein Zuwachs um zwei Drittel und ein beträchtlicher Beitrag zur Nachverdichtung. Statt 510 werden künftig 700 Menschen in der Siedlung wohnen.

Die bestehenden Wohnungen behalten ihre Raumeinteilung, profitieren aber neu von einem grösseren Lichteinfall im Wohnbereich, zusätzlichen Badezimmern, grösseren Loggien und einem Lift. Die Wohnungen in den zwei zusätzlichen Geschossen sind unterschiedlich gross und bieten vielseitige, moderne Grundrisse.

 

Spiel mit Kontrasten

Für die Aufstockung entwickelte Häring ein Konstruktions- und Materialkonzept unter der Vorgabe maximaler Ausnut- zung. «Für die 4. und 5. Etage kam eigentlich nur Holz in Frage – einerseits wegen seines geringen Eigengewichts, an- dererseits, weil so ein hoher Vorfertigungsgrad möglich war», erläutert Verkaufsleiter Andreas Kern das Konzept. Die neuen Geschossdecken bestehen aus vorfabrizierten Hohlkasten- Elementen mit integrierter Schüttung aus Kalksplitt. Letzterer erhöht den Schallschutz. Auch die Fassadenroste sind aus dem natürlichen Bau- material Holz: Die Lamellen aus Weisstanne kontrastieren mit dem hellgrauen Verputz der unteren Etagen – ein Spiel mit Farben, Formen und Materialien

Weg vom Gas

Am Grossprojekt waren zahlreiche Bauunternehmen beteiligt. Häring setzte einen Teil der Aufstockungen um, baute rund 36 neue Wohnungen und verschalte 5400 m2 Fassade. «Bei diesem Projekt konnten wir unsere Leistungsstärke unter Beweis stellen», erzählt Kern. «In den Bauphasen erstellten wir pro Woche vier neue Wohnungen.»

Dank der Sanierung der Gebäudehüllen und der Erneuerung der Energieversorgung wird die Siedlung zum Vorzeigeobjekt in Sachen Energie. Der Heizenergiebedarf liegt mindestens 30 Prozent unter den Anforderungen der kantonalbernischen Energieverordnung. Sonnenkollektoren und Photovoltaik tragen ihren Teil zu einer nachhaltigen Energieversorgung bei. Momentan wird zwar noch teilweise mit Erdgas geheizt. Ziel ist aber, dass die ganze Überbauung künftig vollständig auf fossile Brennstoffe verzichtet.

Projekt Wabern
Bauherr Previs Vorsorge, Helvetia Schweizerische Lebensversicherungsgesellschaft AG, Personalvorsorgestiftung der Ärzte und Tierärzte PAT-BVG
Architekt Schwaar+Partner AG, Bern
Ausführung Februar-Juni 2016 und Dezember 2016 bis März 2017