Erlenmatt

Bild: Ralph Feiner

Bild: Ralph Feiner

Wo vorher Brache war, entsteht ein neuer Stadtteil: In der Erlenmatt in Basel schiessen die Häuser derzeit buchstäblich aus dem Boden. Die lebhaften, zukunftweisenden Projekte stellen hohe Ansprüche in den Bereichen Durchmischung und Ökologie. Zum Projekt "Baustein 1" hat Häring die Fassade aus vorgefertigten Holz-Systembauelementen mit integrierten Türen und Fenstern beigesteuert. Der fünfgeschossige Hybridbau Erlenmatt der Galli Rudolf Architekten wurde  den Swiss Architects zum Bau der Woche gekürt.

Auf dem brachliegenden Areal des ehemaligen Güterbahnhofs der Deutschen Bahn im Norden der Stadt Basel entsteht das Quartier Erlenmatt. Der 22'000 Quadratmeter umfassende Ostteil des Areals gehört der Stiftung Habitat, welche die Parzellen teils selbst bebaut, teils im Baurecht an verschiedene Bauträger abgibt. Dies jeweils mit der Auflage, dass "die Gebäude und Anlagen ressourcenschonen geplant, gebaut, betrieben und erneuert" werden.

Galerien für Begegnung
Das in der ersten Jahreshälfte fertiggestellte Gebäude "Baustein 1" besteht aus einem Betonsockel und einer raumhaltigen Betonfassade mit Glasbausteinfenstern als Puffer gegen die lärmige Schwarzwaldallee. Ihr gegenüber steht ein Holzbau, dazwischen öffnet sich über dem Betonsockel ein viergeschossiger Innenhof. Er ist gross genug, um auch von dieser Seite her den Lichteinfall im Holzbau zu gewährleisten. Markant sind die Galerien im Innenhof, die einerseits der Erschliessung, andererseits als Aufenthalts-und Begegnungszone dienen.

Das Wohn- und Gewerbehaus beherbergt normale und betreute Wohnungen, Gewerberäume, einen Gastronomiebetrieb, eine Kindertagesstätte und einen Gemeinschaftsraum. Die Mietwohnungen in unterschiedlichen Grössen sind kompakt und weisen einen kleinen Flächenverbrauch von 30m2 pro Person auf.
Der zweiseitigen Nutzung des Gebäudes für Wohnen und Gewerbe entspricht die Konstruktionaus den beiden prägenden Materialien Beton und Holz. Oder wie es Galli Rudolf Architekten formulieren: "Die hybride Nutzung wird in einem konstruierten Baukörper eingebettet."

Herausforderung Logistik
Die Fassadenkonstruktion besteht aus hochpräzisen Holz-Systembauelementen von Häring, an denen die meisten Fenster und Türen bereits im Werk montiert wurden. Die Fassadenschalung besteht aus vorvergrauten Nut- und Federbrettern aus einheimischer Douglasie; sie konnten erst auf der Baustelle an die Fassadenkonstruktion montiert werden, weil sonst die Elemente für den Strassentransport zu gross geworden wären. Die Zertifizierung Minergie-P-Eco stellte hohe Anforderungen an Herkunft und Qualität der Baumaterialien. Generell lag die grösste Herausforderung bei diesem Projekt in der Baustellenlogistik. Über dieselbe Zufahrt galt es, gleichzeitig fünf Baustellen auf dem ganzen Areal zu versorgen. Die Fahrten durchs Nadelöhr mussten deshalb genau geplant werden. Als zusätzliche Einschränkung war Häring auf Schönwetterperioden angewiesen. Trotz diesen Hindernissen und dank guter Koordination konnte der Fassadenbau termingerecht abgeschlossen werden.

Projekt Basel
Bauherr Stiftung Habitat, Basel
Architekt Galli Rudolf Architekten, Zürich
Ausführung Mai 2016 bis März 2017 (Bezug)