Mehr Dach über dem Kopf

Im Projektablauf sind für Häring kurze Wege und eine geringe Anzahl Schnittstellen wichtig. Zu diesem Ziel trägt neben den vielseitigen Kompetenzen im eigenen Team auch die Kooperation mit Partnerbetrieben und Gewerken bei, mit denen sich ein vertrauensvoller Umgang etabliert hat. Dazu kommt, dass Häring als Totalunternehmer auch die Sanierungsarbeiten koordiniert - in diesem Fall sind das die Altlasten - und die Kanalisationssanierung.

Angenehm für Bauherrn und Mieter
Zum reibungslosen Ablauf der Bauarbeiten und einer sinnvollen Verteilung der haustechnischen Installationen trägt auch das Building Information Modelling (BIM) bei. "Das 3-D-Computermodell erlaubt eine hochpräzise Konstruktion und hilft, Kollisionen zu vermeiden", erläutert Matthias Steinmann, Bau- und Projektleiter bei Häring. Ins BIM-Programm tragen die Subunternehmer Leitungsrohre, Durchstiche und Anschlüsse ein. Sollte sich bei der Platzierung etwas in die Quere kommen, meldet das Programm den Fehler. Steinmann: "Damit ersparen wir uns Zeit und Ärger auf der Baustelle."

Heikel ist bei einer Aufstockung besonders in diesen Dimensionen der Umgang mit den bestehenden Mietern. "Wir sind uns bewusst, dass wir stören können", sagt Steinmann. Dank langer Erfahrung weiss er: Gute Planung und sorgfältige Information sind essentiell. So wird er gewisse laute Arbeiten auf das Wochenende legen, um den Bürobetrieb nicht zu beeinträchtigen. Steinmann setzt auf eine laufende, sorgfältige Orientierung: "Ich finde es wichtig, die Anliegen der Mieter ernst zu nehmen und einen Ansprechpartner für alle Fragen zu stellen."

Zum 20-jährigen Jubiläum erhielt die soziale Wohneinrichtung Haus Elim ein elegantes Vordach sowie eine Auffrischung der Fassade. Die Konstruktion der vier Meter breiten und elf Meter langen Massivholzdecke erwies sich als knifflig.

1997 war die Situation dramatisch: Das Haus am Claragraben 141 war von Menschen mit Suchtproblemen stark belegt, ja teilweise überfüllt. Die Polizei drohte, das Haus zu schliessen, wenn nicht klare Veränderungen stattfänden. Daraufhin übernahm der eigens gegründete gemeinnützige Verein Diakonische Stadtarbeit Elim die Führung des Hauses. Die Liegenschaft wurde umgebaut und bietet heute 29 Menschen mit Suchtproblemen ein Zuhause. Die Bewohnerinnen und Bewohner haben die Möglichkeit, sich wieder eine feste Tagesstruktur anzueignen, im Haushalt mitzuhelfen und mit anderen Menschen zusammen zu wohnen. Erfahrenes Personal begleitet sie auf ihrem Weg in ein stabiles, selbstständiges Leben und bietet Seelsorge an.

Zum 20-jährigen Jubiläum im September 2017 bekam das Haus ein frisches Gesicht: Einen freundlichen Fassadenanstrich und ein einladendes Vordach von Häring. Das Holzbau-Engineering war besonders knifflig, weil das Vordach nur von einzelnen, unregelmässig angeordneten Stützen getragen wird. Deshalb musste die Massivholzplatte am Stück gefertigt und montiert werden. Das Dach wirkt mit seinen runden Oblichtern so elegant, weil die Stützen dünn sind und es keine sichtbaren Verbindungsteile gibt.

 

 

Projekt Basel
Bauherr Liegenschaftsstiftung Elim, Basel
Architekt Staehelin, Gisin+Partner AG, Basel
Ausführung April bis Juli 2017